Als die religiösen Juden von Jesus ein Zeichen seiner Macht forderten, sagte er: "Brecht diesen Tempel ab und in drei Tagen will ich ihn aufrichten."
(Die Bibel, Evangerlium nach Johannes, Kapitel 2, Vers 19)
Damit meinte Jesus nicht das heiligste Gebäude des damaligen Jerusalems, sondern einen Tempel, der menschliche Bauwerke, Hierarchien, Ordnungen und Institutionen überdauern wird: Er sprach von sich selbst.
Die Welt hat sich im wesentlichen nicht verändert. Immer wieder haben Menschen versucht, den lebendigen Jesus durch den Bau von heiligen Häusern und Institutionen greifbar und nahbar zu machen. Und immer wieder kommt es dazu, dass religiöse Formen und Traditionen mehr Raum bekommen als der, um den es eigentlich geht. Immer wieder führen diese menschlichen Domestizierungsversuche an einem unfassbaren Gott zu Dogmatik und Unrecht. Immer wieder findet die Kirche den Tod.
Aber immer wieder entsteht mitten in den Trümmern neues Leben.