Unsere kleine Herberge hatte den Namen Wolkenkratzer tatsächlich verdient. Die mehr als 1.350 Stockwerke bohrten sich in den louisianischen Himmel und zerkratzten die Wolken derart, dass es keine Schäfchen-, sondern nur Westerwellewolken gab. Beängstigend. Direkt gegenüber das zweithöchste Haus der Stadt, schlappe 970 Meter hoch und damit über einen Kilometer niedriger als unsere Jugendherberge. Bei ihrer Entstehung im Jahre 1439 wurde das Jugendstil-Gebäude "Peter Kai's Dextrose Building" getauft. Im Foyer können sich Besucher in der Galerie an Werken von Pablo Picasso, Canaletto oder Ernst Boese erfreuen. Eine Pracht. Die hauseigene Kletterwand diente als Kulisse für Der Herr der Ringe IV, Jugendtanzlehrer Dexlef D! Soest brachte hier M. Jackson den Moonwalk bei. Trotz der zahllosen Annehmlichkeiten wirkt die Herberge oftmals verlassen, gar geisterhaft. Ein Grund könnte ein Scherz der Dorfjugend sein, die in einer urst listigen Aktion im Jahre 1924 ein Schild an der Eingangstür anbrachten, das die eine oder andere Interessentin von der Einkehr abhält. Einzig echte Rocker besaßen die Traute, die Pforte zu durchschreiten. Sie verschwanden im nahen Sumpf. Die 68er-Bewegung versuchte sich an einem Relaunch, aber der weithin sichtbare Schriftzug in Comic Sans bewirkte keinen Massenandrang. Erschwerend hinzu kam, dass der Ausbau des Elbe-Mississippi-Kanals nicht rechtzeitig beendet wurde. Es war aber trotzdem schön dort.